Es ist sehr viel über die hl. Jeanne d' Arc geschrieben worden! Theaterstücke wurden aufgeführt und in neuerer Zeit kennen wir Dokumentar- und Spielfilme über ihr Leben. Bis heute geht von dieser Heiligen eine große Anziehungskraft aus, denn mehr als ungewöhnlich war das Auftreten der Jungfrau aus der Lorraine, durch deren Eingreifen die Stadt Orléans von den englischen Truppen befreit und in der Folge Charles VII. in Reims zum König gekrönt wurde.
Man kann jenen Autoren folgen, die im Kommen Jeannes den Wendepunkt in der
Geschichte des Hundertjährigen Krieges sahen. Bis heute hört das Staunen nicht auf, warum ausgerechnet ein Mädchen, welches nichts vom vom Kriegshandwerk wußte, berufen wurde, ein so bedeutsames Werk durchzuführen.
Von welcher Seite wir uns auch Jeanne d' Arc nähern und ihr Auftreten nicht in den Bereich teuflischer Umsessenheit oder krankhaften religiösen Eifers verlegen, kommen wir mit Gott in Berührung.
"Gott hat das Schwache in der Welt erwählt, um das Starke zuschanden zu machen" (1) heißt es im Neuen Testament. Das wird bei der Erwählung der Jungfrau von Orléans besonders deutlich.

(1) vgl. 1. Kor. 1, 26-31

Jeanne hört ihre Stimmen

„Der Hl. Erzengel Michael sagte, als er zu mir kam, dass auch die Hl. Katharina und die Hl. Margaretha zu mir kommen werden, und ich solle ihre Ratschläge befolgen und glauben, was sie mir sagen, wie wenn es die Befehle unseres Herrn wären.“

Jeanne wurde am 6. Januar 1412 in dem kleinen Dorf Domremy in Frankreich geboren. Laut dem Zeugnis der Dorfbewohner war sie ein liebenswertes und gläubiges Kind, welches, wie damals in den Dörfern üblich, weder lesen noch schreiben konnte. Ihre religiöse Bildung erhielt sie duch ihre Mutter Isabelle und durch den Geistlichen des Ortes.
Im Alter von 13 Jahren hatte sie im Garten ihres Vaters Jacques eine Erscheinung des hl. Erzengels Michael, der Patron von Frankreich ist. Von dieser Zeit an übernahmen Heilige des Paradieses ihre religiöse Formung und die Vorbereitung auf ihre Sendung, insbesondere die heilige Katharina von Alexandrien (2). Bis zum Alter von 17 Jahren sprach sie mit niemand über diese Erlebnisse und es wurde ihr immer deutlicher vermittelt, daß sie berufen sei, Charles den VII. nach Reims zu führen, damit er als König gekrönt würde und die Besatzung der Engländer zu beenden.
Schließlich brach sie im Alter von 17 Jahren zu ihrer Mission auf!

(2) Die hl. Katharina von Alexandrien erlitt zu Beginn des 4. Jahrhunderts den Märtyrertod. Sie zählt zu den Vierzehn Nothelfern.
Katharina soll in einem Glaubensstreitgespräch gegen fünfzig heidnische Gelehrte gesiegt haben.


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Die Schlacht von Patay

„ Unerschrocken gegen die Engländer reitend, waren diese ungeschützt, wir hatte sie eingenommen und meine Ratgeber sagten mir, dass sie uns gehören.“

Nach einem anfänglichen Fehlversuch gelang es ihr, bei Charles VII. vorstellig zu werden und ihn zu überzeugen, daß sie von Gott gesandt sei, um ihn nach Reims zu führen, damit er dort gekrönt würde. Außerdem erbat sie Soldaten um das von den Engländern besetzte Orléans zu befreien. Nachdem Charles der VII. das positive Urteil der Kirche abgewartet hatte, erfüllte er den Willen des Mädchens.

Jeanne d' Arc befreite mit den Soldaten - wie sie es vorausgesagt hatte - Orléans und eilte in der Folge von Sieg zu Sieg. Offensichtlich hatten die französischen Soldaten neuen Kampfesmut gefaßt, während in gleicher Weise den englischen Soldaten der Mut sank. Jeanne war keineswegs blutrünstig. Sie selbst tötete niemanden und erbarmte sich auch über die feindlichen Verwundeten. Gerne hätte sie gesehen, daß die Engländer sich kampflos zurückziehen würden, wozu sie immer wieder aufforderte und freien Abzug versprach. Doch als sie sich weigerten, zögerte sie nicht, sie mit Gewalt zu vertreiben! Gott hatte mit dem Kommen von Jeanne d' Arc auf der Seite der Franzosen eingegriffen. Das war jenen Franzosen klar, die zu Charles dem VII. hielten und Frankreich befreit sehen wollten. Die Engländer und ihre Verbündeten hingegen sahen oder wollten in der Jungfrau von Orléans eine Teufelsgesandte sehen und sie als Hexe verbrennen. Solange Charles der VII., der nicht lange nach der Befreiung von Orléans tatsächlich in Reims zum König gekrönt wurde, auf die Jungfrau hörte, war Jeanne d`Arc in ihren Kämpfen nicht zu bezwingen. Doch schon bald nahte der Verrat, den Jeanne mehr als den Tod auf dem Schlachtfeld fürchtete. Statt den Weisungen Jeannes zu folgen, begann Charles der VII. Verhandlungen mit den Burgundern zu führen, die mit England ein Bündnis eingegangen waren. Das Ende der siegreichen Kämpfe von Jeanne kam sehr bald und sie wurde in Compiègne gefangengenommen!

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Die Salbung in Reims

„Edler König, jetzt erfüllt sich der Wille Gottes, der mich beauftragt hat, Sie nach Reims zu führen, damit Sie die hl. Salbung erhalten, die zeigt, dass Sie der wahre König sind, dem das Königreich Frankreich zusteht.“

Nun begann für Jeanne ein weit schwierigerer Kampf. Sie wurde, nachdem niemand für sie das Lösegeld errichtete, schließlich nach Rouen in ein englisches Gefängnis gebracht. Es gehört zu den traurigsten Kapitel der Kirche, daß sich der Bischof von Beauvais, als ein Parteigänger der Engländer dazu herabließ, Jeanne d' Arc einen ungerechten Prozeß aufzuzwingen. Das Ziel war von vornherein klar. Jeanne sollte als Hexe oder zumindestens als Ketzerin zum Tode verurteilt werden, um einerseits den Glauben des Volkes an sie zu erschüttern und andererseits König Charles zu schwächen, der dann vor der Öffentlichkeit sein Königtum mit Hilfe einer Hexe erlangt hätte!

Jeanne besaß nicht die Spur einer Chance in diesem abgekarteten Spiel. Obwohl sie nicht in all die Fallen geriet, die ihr gestellt wurden und Antworten voller Weisheit gab, wurde in einem monatelangem Prozeß mit unendlich vielen Betrügereien und Täuschungen erreicht, sie als Ketzerin zu verurteilen.
Als treue Tochter der Kirche zeriß es Jeanne fast das Herz, ausgerechnet durch einen Bischof zu dem von ihr gefürchteten Tod auf dem Scheiterhaufen gebracht zu werden.
Das Martyrium Jeannes ging dem Ende entgegen, die bis zum Schluß auf ihre physische Errettung gehofft hatte. Ganz spät begriff sie jedoch, daß sie mit der Hingabe ihres Lebens den größten Sieg erringen würde. Sie wurde ihrem Herrn und Meister Jesus gleich, dessen Namen sie sieben mal anrief, bevor in den Flammen des Scheiterhaufens ihr irdisches Leben ausgelöscht wurde. Ihm war sie im Leiden und Tod in einer besonderen Weise ähnlich geworden.

Vierundzwanzig Jahre später wurde der Prozess der Jeanne d'Arc in Rouen von der Kirche als nichtig erklärt. Im Jahre 1920 wurde sie heiliggesprochen!

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Letzte Hl. Kommunion von Jeanne

Bruder Martin, die Hl. Kommunion in der Hand haltend, sagte zu Jeanne:“ Glaubst Du, dass das der Leib Christi ist?“ „ Ja“, antwortet sie, „und ich bitte, dass er mir gegeben wird.“

Die Sendung, die Gott einem Menschen anvertraut hat, geht, wie wir es dem Zeugnis der Schrift und den Berichten vom Wirken der Heiligen nach ihrem Tod vermuten dürfen, in einer veränderter Weise in der Ewigkeit weiter.

Die Jungfau von Orléans hat im Auftrag Gottes gegen eine irdische Besatzungsmacht gekämpft und den wahren König von Frankreich zur Krönung geführt. Sie wollte, daß Charles der VII. sein Königtum als "Vikar Gottes auf Erden" verstand, im Dienst des wahren Königs Jesus Christus. Selbstverständlich erwartete sie von ihm, daß er, nachdem ihm durch ihre Person offensichtlich die Hilfe Gottes zuteil wurde, seine Regentschaft in größter Verantwortung vor Gott durchführen würde.

"Balta Lelija" versteht sich als eine heutige prophetische Intitiative, um dem "Geist des Antichristen" zu widerstehen. Dieser antichristliche Geist bereitet gegenwärtig in besonderer Weise das Kommen eines neuen oder gar des "letzten Antichristen" vor. Nach allem, was wir aus der Heiligen Schrift, der Tradition und aus manch
ernstzunehmender prophetischen Schau entnehmen können, liegt nahe, daß dieser ein Herrscher sein wird, der mit der Hilfe des Teufels durch Täuschung und Verführung der Menschen für eine Zeit die politische Weltherrschaft und die Herrschaft über die Seelen erlangen möchte.(3) Dabei wird er sich aller moderner Mittel bedienen. Jeder weiß, daß eine heutige Kontrolle des öffentlichen und privaten Lebens umfassend möglich ist.

Wenn auch heute die Kirche die staatliche Gewalt mit einer größeren Autonomie ausgestattet sieht, als das zu Zeiten Jeanne d`Arcs war, lebt die weltliche Gewalt doch von den Voraussetzungen der Welt der Werte, die sie sich selbst nicht gibt. Jede Herrschaftsform legitimiert sich nur dann, wenn sie im wahren Dienst für die ihr anvertrauten Menschen steht und jene Werte achtet, fördert und schützt, die ihren Ursprung - aus der Sicht des Glaubens - von Gott her besitzen. Es versteht sich von selbst, daß eine legitime weltliche Herrschaft auf dem Fundament der Gerechtigkeit gebaut werden muß und wie jeder einzelne Mensch mit seinem Leben in Verantwortung vor Gott, seinem Schöpfer, steht, so gilt das in besonderer Weise auch für jene Menschen, die Völker vertreten und regieren.

Genau diesem Grundsatz wird die antchristliche Herrschaftsform und damit der Antichrist nicht entsprechen. Möglicherweise werden zunächst diese vorgegebenen Werte nicht direkt angegriffen, aber mit anderem Inhalt gefüllt. Vielleicht wird der Antchrist Gott nicht leugnen und die Religionen anerkennen, aber er wird sie ihres Wahrheitsgehaltes entkleiden wollen "und so handeln, als ob Gott jede Bedeutung verloren hätte".(4) Seine Herrschaft wird auf Täuschung aufgebaut sein und er wird die Menschen über seine wahren Ziele im Dunkeln lassen. Wie die Heilige Schrift bezeugt, wird er sich über alles erheben, was Gott heißt und heilig ist.(5). Am liebsten möchte der Antichrist erreichen, daß die Menschen ihn als eine Art Gott und Wohltäter der Menschen verehren und so die Beziehung und Offenheit des Menschen für den wahren Gott mißbrauchen.

(3) z.B. Wladimir Solowjew: Kurze Erzählung vom Antichrist

(4) Antanas Maceina: Das Geheimnis der Bosheit, S. 114

(5) vgl. Balta Lelija:
Gründungstext

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Bruder Martin, die Hl. Kommunion in der Hand halte

„Ich bestätige es noch einmal, meine Stimmen kamen von Gott...Nein, nein, meine Stimmen haben mich nicht getäuscht... Jesus! Jesus!"

Es ist nun nicht schwierig zu verstehen, daß eine Heilige wie Jeanne d`Arc im wahrsten Sinn des Wortes "brennen" wird, um dies zu verhindern. Sie wollte die illegitime Herr- schaft eines fremden Königs über Frankreich nicht dulden und wurde sogar in einen irdischen Kampf geschickt. Heute geht es um eine geistige Auseinandersetzung und die Gefahr der Herrschaft eines "fremden Königs" - nämlich des Beauftragten des "Fürsten dieser Welt" - gilt nun für die ganze Menschheit! Ohne Zweifel findet ein Kampf auf verschiedenen Ebenen statt und Mächte der Zerstörung versuchen den Menschen von Gott zu trennen, um sie ihrer Willkür auszuliefern. Jeanne d`Arc wird nicht zögern, mit ihren himmlischen Freunden und Gefährten in eine solche Situation einzugreifen. Deshalb vertrauen wir ihr mit großer Zuversicht das Patronat an, wohl wissend, daß solche Auseinandersetzungen auch mit dem Martyrium enden können. "Balta Lelija" wird nicht zu den irdischen Waffen greifen! Das ist nicht der Auftrag! Aber im Dienst des wahren Königs der Menschheit, nämlich des Sohnes Gottes, gilt es, so weit wie möglich zu verhindern, daß der Antichrist seine Gewaltherrschaft über die Menschen ergreifen und ausüben kann. Laut biblischem Zeugnis wird dieser "letzte Antichrist" vom wieder- kommenden Christus gestürzt werden, wenn dieser das "Tier und den falschen Propheten" in den Abgrund stürzen wird (6).

Wir wissen weder Zeit noch Stunde der Wiederkunft Chisti, aber mit der Hilfe Gottes werden wir wachsam sein, die heilsame Botschaft des Evangeliums weiterzugeben und aufmerksam die "Zeichen der Zeit" beachten, wie uns Jesus mahnt.(7) Die heilige Jungfrau von Orléans wird mit ihrer Wachsamkeit auf den Willen Gottes hin, den sie schon auf der Erde zeigte, bei denen sein, die sich ihr in diesem Kampf anvertrauen! Sie wird dafür sorgen, daß wir die Stunden des Kampfes nicht verschlafen und unser Vertrauen mehr auf die himmlische Hilfe, als auf unsere irdischen Fähigkeiten setzen!


(6) hl. Offenbarung,19, V. 11-21

(7) Lk. 12, 54-57


Elija, Vilnius im Juli 2008

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